13-01-2026

Den folgenden Input zum aktuellen Stand der KI-Entwicklung habe ich im Rahmen des Formats “StrateKI Breakfast Club” am 13. Januar 2026 gehalten, den ich monatlich zusammen mit Franziska Bluhm und Kerstin Hoffmann digital veranstalte. Falls du dich für die nächste Ausgabe kostenlos anmelden möchtest, abonniere unseren Newsletter auf Steady.


In meiner täglichen Arbeit als Technikjournalist für THE DECODER verfolge ich die neusten Bewegungen der KI-Industrie und -Forschung praktisch im Sekundentakt. Entsprechend schnell schleichen sich technologische Durchbrüche in meinen Alltag ein und ich halte sie wenig später für völlig selbstverständlich, als wären sie schon immer dagewesen. Doch als ich für meinen Kurzvortrag recherchiert habe, wo wir erst vor einem Jahr standen, war ich einigermaßen erstaunt:


Anfang 2025 sah es also noch so aus, als würde die KI-Karawane in eine Sackgasse navigieren. Seitdem ist aber so viel passiert, als dass ich das letzte Jahr rückblickend als eines der disruptivsten Jahre der jüngeren Vergangenheit einordnen würde. Nicht nur im multimodalen Bereich, also der Verknüpfung von Bild- und Textinformationen, sondern auch in der intelligenten Verschaltung bestehender Bausteine gab es große Fortschritte.

  • Nano Banana Pro, das derzeit als eines der genauesten und nützlichsten Bild-Modelle gilt, übernimmt mühelos Aufgaben, die erst kurz zuvor noch nur mit professionellen Grafikprogrammen möglich waren. Dank der Kombination mit dem immer besseren Bildverständnis ist das Modell sehr gut in der Lage, nur bestimmte Bildregionen zu verändern und den Rest vom Original zu übernehmen. Eingefügte Objekte werden außerdem hervorragend an den Look des Bildes angepasst und etwa mit Schatten versehen.

(Kannst du noch mit bloßem Auge erkennen, welches Objekt ich dazugedichtet habe? Kleiner Tipp, der komplizierte Prompt war: “add a calculator on the desk”.)

  • “Vibecoding” ist längst kein theoretisches Konzept oder technische Spielerei mehr, sondern bei großen Unternehmen genauso wie Indie-Hacker:innen fest verwurzelt. Das Internet ist überflutet von Webseiten, die nur mit natürlicher Sprache beschrieben statt mit Code entwickelt wurden. Klar, da ist auch viel Schrott bei, aber: Die Zeit der maßgeschneiderten Software-on-demand ist angebrochen. Ein gutes Beispiel dafür ist etwa das Dashboard, das sich Shopify-CEO Tobias Lütke mal eben für seine MRT-Scans gebaut hat, anstatt mit einer kommerziellen Software zu hantieren. Indes hat Microsoft unter anderem die Ära des “Vibeworkings” eingeläutet und bietet uns einen Ausblick auf eine Zukunft, in der wir Software über Chatfenster statt Oberflächen bedienen.

  • KI überhaupt zu nutzen ist spätestens seit der Einführung der AI Overviews in die weltweit größte Suchmaschine Google keine bewusste Entscheidung mehr. Die Übersichten haben auf SEO-Content ausgelegte Websites in Windeseile abgelöst und beantworten regelmäßig Fragen, ohne einen werbeerlösbringenden Seitenbesuch nach sich zu ziehen.

  • Gleichzeitig können Sprachmodelle sowohl über Chatbots als auch API auf eine wachsende Menge interner (Python-Ausführung, Web-Recherche) und externer Tools wie Photoshop oder Canva zugreifen.

  • Mit Veo 3 hat Google seine multimodalen Fähigkeiten auch im Videobereich unter Beweis gestellt. Die Modelle können inzwischen nicht nur täuschend echt aussehende, fotorealistische Sequenzen mit kohärenten Aktionen produzieren, sondern liefern gleich auch noch die passende Audiospur mit. In Sozialen Netzwerken wie TikTok verbreiten sich solche Clips rasant, teils wiederum gesteuert von KI-gestützten Bot-Systemen, die die Feeds mit Falschinformationen förmlich fluten. Die eigentlich notwendigen Kennzeichnungen werden nicht konsequent umgesetzt, und im Umkehrschluss trauen Nutzer:innen selbst authentischen Inhalten nicht mehr auf den ersten Blick, egal, wer der Absender ist. Und ganz ehrlich: Diese Story mit den Schafen im Supermarkt habe ich zunächst auch nicht geglaubt.


Wo geht’s also hin? Werden 2026 Halluzinationen restlos beseitigt, Prompt-Following perfektioniert, die Geschwindigkeit vervielfacht und das Kontextfenster ins Unendliche vergrößert? Unwahrscheinlich, auch wenn es spannende Ansätze gibt, von denen wir in den kommenden zwölf Monaten hoffentlich mehr sehen, etwa die Mamba-Architektur als Ergänzung zum bestehenden Transformer, Diffusion für ganze Textblöcke in wenigen Sekunden, Tool-Verwendung bei der Bilderkennung oder deutlich bessere Schrifterkennung in Bildern, was wiederum zu einem längeren Gedächtnis führen könnte.

  • Wie der gerade veröffentlichte Reuters Digital News Report 2026 zeigt, haben Publisher die sinkenden Statistiken im Blick: Mehr als 40 Prozent Trafficrückgang werden in den nächsten drei Jahren prognostiziert. Das sollen mehr Investitionen in Formate ausgleichen, die (vermeintlich) nur schwer von einer KI repliziert werden können, etwa Video und Vor-Ort-Berichterstattung. Ob wirklich der Bedarf an “menschlich geprüften” Inhalten steigt, wage ich aber leider zu bezweifeln, weil schon jetzt in durch empfehlungsalgorithmisch gesteuerten Netzwerken wie TikTok der Absender keine übergeordnete Rolle mehr spielt.

Overall, we may see something of a barbell effect with human distinctiveness on one side and more automated approaches on the other. Those in the middle could find their audiences and revenues squeezed.


06-01-2026

Kev Quirk betreibt seinen Blog so datensparsam wie möglich und verzichtet dabei ganz bewusst auf Analytics, also jegliche Quantifizierung, wer wie wann seine Inhalte liest. Das verstehe ich aus zwei Beweggründen: Einerseits kann das schnell zu unnötigem Performancedruck führen – was bei einem persönlichen, unkommerziellen Blog widersprüchlich scheint. Andererseits bringen Analytics einen technischen wie datenschutzrechtlichen Rattenschwanz mit sich, die mich bislang ebenfalls hauptsächlich daran gehindert haben, ähnliches mit gutem Gewissen zu implementieren.

Stattdessen hat Kev seine Leser:innen in einem Beitrag gefragt, wie sie seine Blogposts konsumieren. Das Formular ist mittlerweile entfernt, weil er innerhalb von nur 48 Stunden die 500 im kostenlosen Tarif des Tools enthaltenen Rückmeldungen ausgereizt hat, was schon mal einen groben Eindruck über das Engagement echter Leser:innen (und keiner Bots) gibt.

Herausgekommen ist bei der Umfrage, dass mit fast 85 Prozent die allermeisten die Website per RSS verfolgen. Was nicht überraschen sollte, aber vielleicht auch etwas verzerrt ist: Schließlich heißt das nur, dass die meisten, die innerhalb von 48 Stunden von der Umfrage erfahren haben, RSS verwenden, nicht aber, dass nicht auch ein größerer Teil der Leser die Seite etwa seltener direkt aufruft. Passend dazu hat Manuel Moreale gerade erst wieder seine “jährliche Erinnerung, RSS zu benutzen” veröffentlicht, und hat sich davon inspirieren lassen, seine eigene Umfrage zu starten.

See, you don’t need analytics to get an idea of who’s reading your stuff and how.

– Kev Quirk


28-12-2025

The IndieWeb is, as far as I can tell, a community of people who advocate certain digital principles and support each other in working towards those. The most famous principle is Publish (on your) Own Site, Syndicate Elsewhere. There are a variety of initiatives such as the monthly blog carnival (which I have hosted in the past) and online/in-person meetups.

The indie web, on the other hand, is a (very) much larger universe of websites run by individuals who wish to express their independent creativity.

[…]

Over the next five years to 2030, we are going to see an explosion of indie web creators. The technical hurdles that exist today in setting up a website will be blown aside by AI. Soon, anyone will be able to establish their own website simply by writing down what they want it to do.

– Chris, uncountable thoughts

I, on the other hand, am absolutely appalled by the magic that internet is. Even though having understood the finer intricacies of TCP/IP, it still feels like magic to me. The world however, has taken it for granted. We, collectively, have not only lost the fascination towards magic but have also left our inner child behind by becoming preoccupied with thoughts and activities which, in the grand scheme of things, will turn us into emotional robots.

– Mitesh Shah, oxalorg

09-11-2025

Ich glaube, mit eine der größten Hürden mit dem privaten Bloggen anzufangen ist die Illusion, immer up-to-date sein zu müssen. Wenn man über einen interessanten Link stolpert, ihn aber nicht sofort in einen Beitrag umwandelt, entsteht schnell das Gefühl, die Relevanz würde mit jedem Tag ablaufen. Aber ist das wirklich so? Sicherlich gibt es Nachrichten, die nach ein paar Tagen veralten, weil sie sich um aktuelle Entwicklungen drehen. Doch gibt es noch so viel mehr Inhalte im Internet, die es wert sind, auch Tage, Wochen, vielleicht sogar Monate oder Jahre später noch geteilt zu werden.

Selbst im Nachrichtengeschäft scheint die Bedeutung abzunehmen, mit einer News zu den ersten zu gehören – ein in meinen Augen positiver Effekt der algorithmischen (oder algotorialen) Kuration von Diensten wie Google News, weil Meldungen teilweise auch Tage später noch per Push ausgespielt werden. Der Blick darauf, wie schnell sich Nachrichten tatsächlich verbreiten, verzerrt sich zusätzlich, wenn man hauptberuflich Nachrichten konsumiert. Entsprechend muss man sich dringend loslösen von dem Gefühl, dass “alle” schon etwas gesehen haben, und man die letzte Person sei, die davon mitbekommt.

Ein schönes Beispiel dafür finde ich die Reise des Space Exploration Logo Archives, das gar nicht so brandneu ist, aber trotzdem wieder durch Blogs geistert. Nicht selten lassen sich derartige Projekte auf die Website von Urgestein Jason Kottke zurückverfolgen, der am 16. Oktober 2025 darauf verlinkte. Am 2. November landete es bei Stefan Grund von eay.cc, am gleichen Tag dann auch noch bei pewpewpew.de von Sascha Brittner. Doch selbst Jason war damit bestimmt nicht der Erste: Schon mehr als ein Jahr zuvor besprachen etwa Designmagazine wie Creative Boom das Logo-Archiv. Bestimmt – oder hoffentlich – gibt es auch in einem Jahr einen neuen Artikel darüber und irgendeine Person erfährt davon zum allererstenm Mal.

Eine weitere große Hürde vor dem Veröffentlichen eigener Blogbeiträge ist die wie selbstverständlich auferlegte Regel, Artikel müssen fertig sein, bevor sie online gehen. Was für ein Quatsch! Wir machen hier unsere eigenen Regeln. Wer verbietet mir denn, Artikel noch nach Belieben zu erweitern, wenn mir eine gute Idee kommt? Meta-witzigerweise füge ich exakt diesen Absatz ein, nachdem ich eigentlich dachte, bereits alles gesagt zu haben. Dann erinnerte ich mich allerdings an Worte, die Obsidian-Erfinder Steph Ango mal in irgendeinem Podcast gesagt hat, dass er andauernd über alte Beiträge drübergehe und prüfe, ob sie die Idee präzise genug vermitteln. Bei Texten wie diesem lesenswerten Einblick in seine eigene Nutzungsweise von Obsidian macht er die Zeitlosigkeit des Inhalts noch deutlicher, indem er das Datum direkt verbirgt. Genial!

Sehr interessant finde ich auch die Philosophie über Evergreen Notes, die komplexe Ideen in kleinere, händelbare Einheiten herunterbrechen. Wichtig dabei ist es wohl, den Titel “knapp und einprägsam” zu wählen, sodass er in einem Satz verwendet werden könne. Das habe ich bei diesem Artikel noch nicht geschafft. Aber wer hindert mich denn daran, ihn später noch zu ändern?

Evergreen notes turn ideas into objects. By turning ideas into objects you can manipulate them, combine them, stack them. You don’t need to hold them all in your head at the same time.


08-11-2025

“Algotorial” bezeichnet eine Mischung aus algorithmischer und redaktioneller (editorial) Kuration und wurde offenbar von Spotify gecoint. Vor allem Meg Tarquinio, die ehemalige Head of Curation Strategy, scheint dafür verantwortlich. Sie redet in diesem Podcast darüber, der jetzt in meinen Lesezeichen landet.

Knowing what songs might be particularly “singable” is difficult to describe in algorithms. It might be the song that was on repeat last summer, or a particularly catchy refrain that is repeated over and over. Maybe it appeared in a TV show or movie recently to remind you of your teenage years. It’s hard to describe why, but you know it when you hear it. This is where human intuition comes in.

Ich habe inzwischen tatsächlich in den Podcast hereingehört und fand diese Stelle über die Notwendigkeit (oder vielmehr Überflüssigkeit) von individuellem Geschmack bei Kuration sehr aussagekräftig:

I actually am like anti-taste. I don’t know that I believe in good taste or bad taste. A lot of times I think there’s this myth around editors and curation that suggests, ‘Oh, this person loves this song so they’re going to put it into a playlist.’ But I think for good curators, or just curators in general, that’s not how it works.

Of course, if you’re a curator in a space that you love – like folk music – and you’ve grown up listening to folk music, you’re going to love a lot of the music that you’re programming. But you’re not programming it because you love it. That’s just kind of a correlation versus causation situation.

I think you’re programming it because you understand the space and you understand the audience, and you know that they would love it in this specific context. So I think the more that you can divorce your personal taste from what you’re doing, or at least have an awareness that that’s just an association versus a reason for anything that you’re doing – that’s the way to go for sure.

– Meg Tarquinio, ex-Head of Curation Strategy, Spotify

Gibt mir Vibes irgendwo zwischen Flipper Zero und rabbit r1 und das nicht nur wegen der orangen Knöpfe. Leider erinnert es mich auch gleichzeitig daran, dass ich nicht der Maker bin, der ich gerne wäre. Klingt aber ganz spannend, sich die GPIOs direkt an eine Sprachmodell-API zu klemmen und nicht nur Antworten zu bekommen, sondern kleine Aktionen auszuführen. Er startet bei $129 auf Kickstarter und soll ab Juli 2026 ausgeliefert werden. Das überschaubare Finanzierungsziel von gut 4.000 € wurde bereits verfünfundzwanzigfacht.

With an ESP32-S3 microcontroller, AMOLED touchscreen, sensors, battery, storage, Wi-Fi, Bluetooth, mic, speaker, and GPIO expansion header already built-in, Kode Dot brings an easy and fast way to bring almost any creative idea to life. Code, upload, and demo, all from the palm of your hand, without clutter, breadboards, and limits.


27-10-2025

We are all so online, yet being online feels so solitary. I can’t feel the people across the feeds from me. Social media is designed for consumption of content, distribution of branding, broadcasting of prestige, not spontaneous encounters or the warm, funny, and weird moments that happen when humans simply exist together.

But what if we had the tools to reshape it? We could make our own public parks, cafes, bodegas, waterfalls, and mountains. We could carve out spaces that we inhabit and maintain, becoming active stewards rather than just users.

If dead internet theory posits that the internet will eventually become only bots, alive internet theory proclaims we will never let the open internet die. We will always find a way to look for each other, to answer a call for help, to share a laugh and an argument right after one another. If there’s one trait of the human race that every apocalypse movie agrees on, it’s our will to survive.

– Spencer Chang, tiny internets

12-10-2025

The way our online writing world has been siloized, basically no one has that. We’re going to try to fix that, and not with just my software, but by setting some new standards for interop, extensions to RSS, so that there’s no exclusivity to making software for writers or publishers. That’s what I mean when I say something is “on the web.” If your system is not 100% replaceable, today, they you are not on the web and should not claim it. If you’re thinking about freedom, btw – this should be part of your big picture. So many smart people don’t want to know how our networks work, and that makes you a victim. And it’s not that hard to understand, no matter what people have led you to believe.

– Dave Winer, Scripting News

14-08-2025

Embeddings gehören zu den grundlegenden Bausteinen von Sprachmodellen. Leider sind sie oft nur schwer greifbar – doch dieses kostenlose Tool von Apple versucht das zu ändern. Direkt im Browser verarbeitet es Vektordatenbanken, visualisiert sie in einem zweidimensionalen Raum und liefert passende Diagramme. Ich weiß gerade noch nicht, wofür ich es brauche, aber kann sicher nicht schaden, das im Werkzeugkasten zu haben.

Embedding Atlas is a tool that provides interactive visualizations for large embeddings. It allows you to visualize, cross-filter, and search embeddings and metadata.

You can use Embedding Atlas directly from this website by loading your own data. Embedding Atlas will compute the embedding and projection in your browser. Your data does not leave your machine.

Substack-Autor @outsidetext aka henry hat ein interessantes Experiment veranstaltet. Er hat einer ganzen Reihe von Sprachmodellen, die ausschließlich in der Lage sind, Text zu verarbeiten, die Aufgabe gegeben, eine Weltkarte zu zeichnen. Der genaue Prompt:

If this location is over land, say ‘Land’. If this location is over water, say ‘Water’. Do not say anything else. x° S, y° W

Offenbar eine schwierige Aufgabe sowohl für Open-Source-Modelle wie Llama von Meta, Qwen von Alibaba oder Googles Gemma als auch kommerzielle Modelle aus den Serien Grok, GPT und Gemini. Ganz grundsätzlich wird das Bild (wenig überraschend) immer schärfer, je mehr Parameter das Modell besitzt. GPT-4.1 schneidet sogar so gut ab, dass henry synthetische Geodaten im Trainingsmaterial vermutet.

In the earliest renditions of the world, you can see the world not as it is, but as it was to one person in particular. They’re each delightfully egocentric, with the cartographer’s home most often marking the Exact Center Of The Known World. But as you stray further from known routes, details fade, and precise contours give way to educated guesses at the boundaries of the creator’s knowledge. It’s really an intimate thing.

If there’s one type of mind I most desperately want that view into, it’s that of an AI. So, it’s in this spirit that I ask: what does the Earth look like to a large language model?


13-08-2025

Ich habe mittlerweile mehr Vibecoding-Projekte angefangen, als ich zählen kann. Ein paar davon haben es sogar zumindest auf eine Website geschafft – etwa diese hier – die meisten davon verstauben aber in irgendeinem Ordner.

Entwickler Eike Drescher hat mit Spielwerk eine Plattform erschaffen, mit der ihr nicht nur KI-gestützt kleine Spiele prompten, sondern auch die Werke anderer in einem endlosen vertikalen Feed entdecken könnt. Hochpoliertes Gameplay dürft ihr hier natürlich nicht erwarten, das ist aber mindestens eine spannende Tech-Demo.

Die App ist kostenlos, aber auf iOS beschränkt und setzt eine Registrierung per Apple-Konto voraus. Wenn ihr kein iPhone zur Hand habt: Hinter vibeplay.surf steckt eine ganz ähnliche Idee.

Introducing Spielwerk – The Tiktok for vibecoded mini games! Scroll through an endless feed of mini games, all created inside the app by other people. You can like, comment and remix any game, and beat your friends high scores.

[…]

I believe a new medium is about to emerge. Mini pieces of software, created and shared by anyone as easily as a Tiktok video. This new software-as-interactive-content needs a new platform.

A platform that merges creation with distribution and gives everyone a place where they can create amazing interactive experiences for themselves and for others.

This is the big idea behind Spielwerk. Today we’re taking the first step with games.


04-08-2025

Die 1996 veröffentlichte Schriftart planet kosmos ist nach eigener Definition „CD-ware“, wie sich noch heute in der mitgelieferten Readme-Datei lesen lässt:

All of the typefaces in the planet Font Family are CD-Ware and free for non-commercial use. That means, for each typeface you want to license for commercial use, you must mail us a CD with something you like: Music you have made, sounds you love, strange art or a peculiar piece of software… It can be a homebrew CD-R signed with a worn-out purple felt pen or a fancy commercial CD. No rules apply, but creativity is always appreciated 🙂

Such a CD in our mailbox buys you a personal, non-transferable but everlasting license to use that typeface for commercial projects. We normally send electronic license confirmations within a couple of days after the receipt of a CD in our mailbox. Just remember to include your email address with the disc, so we know where to send the confirmation.

Der dänische Designer Mads Rydahl scheint auch abgesehen davon eine spannende Persönlichkeit zu sein, unter anderem war er einer der ersten Mitarbeiter von Siri, noch bevor Apple das Start-up 2010 gekauft hat.


01-07-2025

KI-Browser schießen gerade an jeder Ecke aus dem Boden. Dia, Comet, Opera Neon – alle wollen die ersten im neuen LLM-optimierten Internet sein. Ein Nebenprojekt des schwedischen Entwicklers Simon Edwardsson hat nach nur zwei Wochen Bastelei „Spegel“ zu Tage gefördert: ein Browser, der direkt im Terminal lebt, Webseiteninhalte abruft und diese mit vorgefertigten Prompts durch Gemini 2.5 Pro Lite jagt.

Die Ergebnisse rendert Spegel dann direkt im Terminal inklusive Markdownformatierungen, aber ohne nervige Nebenprodukte wie Werbung. Dass diese Methode auf lange Sicht Medienunternehmen wichtige Einnahmen kosten würde, sei an der Stelle zugunsten der grundsätzlich genialen Nutzungserfahrung mal dahingestellt.

Adapting content to suit individual needs isn’t a new idea, think about translating books or summarising lengthy articles. However, this used to be slow and expensive. LLMs have changed this dramatically, making these transformations quick and easy.

Spegel (“mirror” in Swedish) lets you explore web content through personalized views using your own prompts. A single page can have multiple views, maybe one simplifying everything down to ELI5 or another highlighting key actions. It’s entirely up to you and your prompting skills.

Sometimes you don’t want to read through someone’s life story just to get to a recipe.


24-05-2025

Die neue Designsprache von Airbnb hat für einige Furore gesorgt und das meiner Meinung nach zurecht: Sie holt mich nämlich auch vollkommen ab. So richtig “neu” ist der Skeuomorphismus zwar nicht, aber irgendwie lange durch Minimalismus und Flat Design in Vergessenheit geraten.

Internet-Start-up-Serien-Gründer Charlie Clark hat in Windeseile bereits 700 Icons nach Vorbild der Airbnb-Icons KI-generiert und stellt sie auf seiner sich ebenfalls im Aufbau befindlichen Plattform thiings.co als PNGs mit 1.024 x 1.024 Pixeln Auflösung zur Verfügung. Der Clou: Einzeln lässt sich jedes Icon kostenfrei herunterladen, wer das ganze Paket sowie alle noch in Zukunft hinzukommenden Grafiken haben will, zahlt einmalig 29 US-Dollar. Eigentlich ganz smart. Viel Spaß beim endlosen Scrollen!


11-05-2025

04-02-2025

Ich hatte irgendwie das Gefühl, über genau so ein Projekt schon mal gestolpert zu sein – aber vielleicht habe ich das auch nur geträumt. Oder es ist eine doch nicht so wahnsinnig originelle Idee, auf die zwei Menschen irgendwann mal unabhängig voneinander gekommen sind (oder ich bin einfach nur neidisch, dass ich sie nicht hatte?)

Ausgehend von diesem X-Beitrag jedenfalls handelt es sich bei WikiTok um ein aktuelles Nebenprojekt von User aizk: Ganz wie bei TikTok könnt ihr hier unendlich weiterscrollen, nur statt Airfryer-Rezepten, Medikinet-Erfahrungsberichten oder singenden KI-Katzen gibt’s eben Wikipedia-Artikel über die nicht sonderlich erwähnenswerte, britische Fregatte HMS Valorous, die US-Fotografin Marion Post Wolcott oder die französische Kommune Aniche. Den Code findet ihr open-source auf GitHub.

wikitok-screenshot-marion-post-wolcott.webp


09-10-2024

Meta sei dank sind Open-Source-Modelle nicht mehr so weit hinter kommerziellen Sprach-KIs. In kurzer Zeit sind immer neuere, bessere Llama-Modelle herausgekommen, teilweise auch extrem kleine, die für den Einsatz lokal auf dem Smartphone optimiert sind. Llama-3.2-1B etwa, das sich jetzt über die App fullmoon per Testflight kosten- und problemlos auf iPhones, iPads und Silicon-Macs installieren lässt – also nicht nur den neueren Geräten wie bei Apple Intelligence.

Ein paar Minuten dauert der Download, bei manchen scheint er sich auch aufzuhängen. Da empfiehlt Entwickler Jordan Singer, die App einmal zu schließen und wieder zu starten, den Bildschirm aber auf jeden Fall geöffnet zu lassen. Bei mir ging die Installation ohne zu meckern durch, danach präsentiert sich eine rudimentäre Chat-Oberfläche, mit der man mit Llama-3.2-1B ins Gespräch kommen kann.

Fullmoon AI LLM Llama iOS App Screenshots

Jetzt dürft ihr aber wirklich nicht zu viel von so einem kleinen Modell erwarten, das mit weniger als einem Hundertstel der Parameter auskommen muss, die etwa ein GPT-4 mitbringt. Dennoch ist die Geschwindigkeit beeindruckend. Nach kurzem Durchatmer vor der ersten Nachricht ergibt sich danach eine erstaunlich flüssige Konversation – auf sehr niedrigem Niveau, aber immerhin.

Ausnehmend hilfreiche Chats hat man mit fullmoon natürlich nicht, die Qualität der Antworten reicht zu nicht mehr als einer netten Tech-Demo. Das dahinterstehende Start-up Mainframe hat allerdings große Pläne. Ihr Ziel: “we’re building a future operating system with AI as the default”. Ob das jetzt auf fullmoon aufbaut, bezweifle ich. Viel mehr will Gründer Singer damit einen Open-Source-Grundstein legen, der von der Community weiterentwickelt wird. Multimodalität, Anbindungen an iOS-Shortcuts, mehr Modelle, detaillierte Einstellungen – alles denkbar für ihn. Dürfen dann andere implementieren.

Die meisten meiner Passwörter lasse ich von Chrome automatisch generieren. Ich bin seit Jahren Gefangener des Google-Passwortmanagers und kann ihm einfach nicht entfliehen. Hin und wieder kommt es aber auch vor, dass ich am iPhone auf Apples hauseigenen Passwortgenerator zurückgreifen muss.

Und tatsächlich ist mir schon unterbewusst aufgefallen, dass sich Apples Passwörter “weniger sicher” anfühlen, weil sie aus meistens zwei Fantasiewörtern bestehen. Zum Beispiel: “funrus-Hommez-kajzo7”. Das ist offenbar kein Zufall, wie Passwort-Nerd Ricky Mondello anno 2018 erklärt hat. Weil das Thema nach wie vor aktuell ist und die Frage Leute beschäftigt, hat er es in seinem Blog nochmal hochgeholt.

To make these passwords easier to type on suboptimal keyboard layouts like my colleague’s game controller, where the mode switching might be difficult, these new passwords are actually dominated by lowercase characters. And to make it easier to short-term have in your head little chunks of it to bring over to the other device, the passwords are based on syllables. That’s consonant, vowel, consonant patterns. With these considerations put together, in our experience, these passwords are actually a lot easier to type on a foreign, weird keyboard, in the rare instances where that might be needed for some of our users.

So yes, the passwords that Apple Passwords generates do contain gibberish two-syllable “words”. The syllables help them to be memorable briefly, but still not memorizable. I hope this helps!


27-08-2024

Personalization: The For You feed becomes increasingly personalized over time, with up to 80% of videos matching predefined user interests after about an hour of scrolling. In the other side the highest amount of shared videos among users occurs within the first 15 minutes of using the app, decreasing later as content becomes more personalized.

Commercial Content: On average, 21% of videos in users’ watchlists were from accounts indicating commercial interest, without being labeled as official ads. This is in addition to the 20% of videos that are official ads, that we have previously measured.

User Perception: In our survey, users estimated that every second post on TikTok is an advertisement or product recommendation, closely matching our findings on the prevelance of commercial content.

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18-08-2024